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Gegacker aus dem Hühnerhaufen

Die Ver­zweif­lung muss groß sein. Zunächst springt die SPD den Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter in der Impf­stoff­man­gel­de­bat­te an. Man muss kein Spahn-Fan sein, um den Ver­such merk­wür­dig zu fin­den, sich in der Regie­rung als Oppo­si­ti­on zu pro­fi­lie­ren. Aber aus dem Dilem­ma befreit sich die SPD zum Glück ja bald. 

Nun ver­sucht der SPD-Außen­mi­nis­ter es schein­bar ele­gan­ter und macht sich dar­an, den Kabi­netts­kol­le­gen und Gesund­heits­mi­nis­ter en pas­sant zu erset­zen und sin­niert aus­ge­rech­net nach Mel­dun­gen über die schwä­cheln­de Impf­be­reit­schaft im Vol­ke über Pri­vi­le­gi­en für Geimpf­te. Nach dem Mot­to: Du bist brav, da has­te ein Bonbon!

Was in der Welt eines Drei­jäh­ri­gen viel­leicht klappt, dürf­te in der kom­ple­xen Rea­li­tät Erwach­se­ner kläg­lich schei­tern. Schon dar­an, dass vie­le gar nicht geimpft wür­den, selbst wenn sie woll­ten. Ent­we­der man­gels Impf­stoff oder weil sie nicht zu den prio­ri­sier­ten Grup­pen gehö­ren. Aber selbst wenn das kein Pro­blem wäre, wür­den Impf­pri­vi­le­gi­en nicht nur zu hand­fes­ten prak­ti­schen Schwie­rig­kei­ten im All­tag zahl­lo­ser Fami­li­en füh­ren, son­dern auch den offen­kun­di­gen Coro­na-Riss in der Gesell­schaft ver­tie­fen. Das ist alles nicht zu Ende gedacht. Maas in sei­ner ver­ständ­li­chen Hoff­nung, end­lich ein Gewin­ner-The­ma für sei­nen plan­los dahin­tau­meln­den Ver­ein gefun­den zu haben, spal­tet statt zu einen.

Selbst wenn Maas meint, es gehe ihm nicht um Pri­vi­le­gi­en, so bedeu­tet selbst­re­dend das Aus­neh­men bestimm­ter Bür­ger von Auf­la­gen und Ein­schrän­kun­gen gewis­ser Rech­te im Lock­down immer noch ein Privileg.

Viel­leicht gibt’s im Haus­halt Maas auch ein­fach nie­man­den, der kochen kann, und der Minis­ter samt Anhang hat kei­nen Bock mehr auf Nudeln mit Toma­ten­sauce und will end­lich mal wie­der anstän­dig beim Lieb­lings-Ita­lie­ner spei­sen (gehen). Manch­mal sind die viel Din­ge ein­fa­cher als es scheint.

So oder so: Letz­ten Endes dient auch die­ser unaus­ge­go­re­ne, mit nie­man­dem abge­spro­che­ne, uner­be­te­ne Dis­kus­si­ons­bei­trag eines Sozi­al­de­mo­kra­ten nur dazu, das gan­ze Kabi­nett so aus­se­hen zu las­sen wie schon seit län­ge­rem sei­ne Par­tei – als kopf­lo­ser Hühnerhaufen.

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