Rotmilane und Mäusebussard wurden vergiftet

Rot­mi­lan (Mil­vus mil­vus) im Flu­ge. Foto: Chris­toph Bosch

Nach Anga­ben des Krei­ses Pader­born sind drei Greif­vö­gel, die im ver­gan­ge­nen Jahr tot auf­ge­fun­den wor­den waren, ver­gif­tet wor­den. Das haben die Labor­un­ter­su­chun­gen erge­ben. Es han­delt sich dabei um zwei Rot­mi­la­ne und einem Mäu­se­bus­sard, die in der Regi­on Lich­ten­au bezie­hungs­wei­se Fürs­ten­berg gefun­den wurden.

„Beide Vogelarten gehörten zu den streng geschützten Tieren: Es ist verboten ihnen nachzustellen, sie zu verletzen oder zu töten. Wir werden daher jeden Vorfall dieser Art der Staatsanwaltschaft melden“, betont Klaus Kasmann, Leiter des Amtes für Umwelt, Natur und Klimaschutzes des Kreises Paderborn. Auch über die Vergiftung dieser drei Vögel ist die Staatsanwaltschaft Paderborn bereits informiert worden. 

Laut Labor­be­fund wur­de bei den gefun­de­nen Greif­vö­geln eine Ver­gif­tung mit dem Pflan­zen­schutz­mit­tel Carbo­f­u­ran fest­ge­stellt. Von die­sem Pes­ti­zid, das hier­zu­lan­de ver­bo­ten ist, ist nach Anga­ben der Behör­de bekannt, dass es häu­fig von Wil­de­rern zur Prä­pa­rie­rung von Fleisch­stü­cken genutzt wird. »Die­se wer­den dann als Köder für aas­fres­sen­de Greif­vö­gel ausgelegt.«

Akti­vie­ren Sie Java­Script um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=UQcbZI30kqg
Kie­lings wil­de Welt – Rot­mi­lan und Windkraft

Eini­ge Greif­vo­gel­ar­ten über­win­tern in Deutsch­land, ande­re ver­brin­gen die Win­ter­mo­na­te in süd­li­chen Gefil­den. Die­se Zug­vö­gel keh­ren nun in ihr Som­mer­quar­tier zurück. Daher bit­tet das Kreisum­welt­amt dar­um, nun beson­ders acht­sam zu sein und den Fund toter Greif­vö­gel zu melden.

„Auch bitten wir Spaziergänger uns zu melden, wenn sie ausliegende Fleischköder bemerken. Sind diese vergiftet, können sie nicht nur für Greifvögel, sondern auch für Hunde und Katzen gefährlich sein“, so Kasmann. 

Über den oder die Urhe­ber kann man nur spe­ku­lie­ren. Aller­dings kom­men sol­che Fäl­le seit Jah­ren immer wie­der in der Nähe von Flä­chen vor, auf denen Windin­dus­trie­an­la­gen ste­hen oder geplant sind – so wie etwa aktu­ell auf dem Kamm des Teu­to­bur­ger Wal­des an der Gau­se­kö­te. Gera­de auch der Kreis Pader­born ist eine Hoch­burg der Windin­dus­trie. [1]Wer ver­gif­tet den Rot­mi­lan? [2]Erneut tote Rot­mi­la­ne [3]Das Ket­ten­sä­gen-Mas­sa­ker im Namen der Ener­gie­wen­de [4]Erken­nen, Han­deln, Ver­fol­gen [5]Die Opfer­zah­len sind viel höher als gedacht

Schreibe einen Kommentar