Das Dilemma der Windowsnutzer

Das Ende von Win­dows 7 – mehr oder weni­ger. So lang­sam nähern wir uns dem Punkt, an dem der Hund den Buckel krumm macht. Eine Ent­schei­dung muss her.

Für vie­le Leu­te ist/wäre die Wahl sehr ein­fach: Wer ledig­lich surft, mailt, Brie­fe schreibt, Vide­os anschaut, Tex­te edi­tiert, ein paar Bil­der bear­bei­tet, der kann und soll­te zu einem Linux mit einem Desk­top eige­ner Prä­fe­renz grei­fen und wird mit kei­ner oder sehr fla­cher Lern­kur­ve wei­ter­ma­chen kön­nen wie bis­her. Pro­blem gelöst.

Reden wir über das, was man »Indus­trie­stan­dard« nennt und im Fall von nicht ver­nach­läs­sig­ba­ren getä­tig­ten Soft­ware-Inves­ti­tio­nen, sieht die Sache anders aus. Da blie­be in vie­len Fäl­len kei­ne Wahl, als auf das unge­lieb­te Win­dows 10 umzu­stei­gen oder – ver­bun­den mit erheb­li­chen Hard­ware­kos­ten – auf macOS.

Ich habe bereits vor eini­gen Wochen mal eine Maschi­ne auf Win­dows 10 umge­stellt. Anfangs lief das nach eini­gen Anpas­sun­gen und Erzie­hungs­maß­nah­men recht gut. Aber das Miss­trau­en ist nie ganz ver­schwun­den. Und mit den ers­ten grö­ße­ren Updates kamen die Pro­ble­me. Mal lie­ßen sich auf ein­mal im LAN kei­ne Bil­der mehr vom Ser­ver impor­tie­ren, dann konn­te ich kei­ne Plugins für Ado­be Ligh­troom instal­lie­ren, oder mei­ne Ände­run­gen, die Win­dows das Nach-Hau­se-Tele­fo­nie­ren abge­wöh­nen soll­ten, waren rück­gän­gig gemacht wor­den. Nee, das hat mir gar nicht gefallen.

Letzt­lich habe ich wie­der Win­dows 7/64 instal­liert, best­mög­lich gehär­tet. Und das ist auch der Sta­tus Quo.

Zwi­schen­durch gab es ein, zwei Kom­plett­um­stie­ge auf Linux – wie in den frü­he­ren Jah­ren aber nie von lan­ger Dau­er, weil ein­fach kei­ne wirk­li­chen Alter­na­ti­ven zu Ligh­troom und Pho­to­shop, zu Illus­tra­tor und InDe­sign exis­tie­ren und sich der Frust schnell ein­stell­te. [1]Von sol­chen Kaprio­len mal ganz abge­se­hen, dass sich unter Anter­gos zum Bei­spiel auf ein­mal mei­ne Band­brei­te im Netz auf weni­ger als ein Zehn­tel (!) redu­zier­te. Und nein, ich hat­te kei­ner­lei Bock auf … Wei­ter­le­sen …

Ich bin der Mei­nung, dass sich ein mit Viren­schutz, Fire­wall und auch dem immer noch sehr gute Diens­te leis­ten­den Spy­bot Search & Des­troy bestück­tes Win­dows 7 noch eini­ge Zeit betrei­ben lässt. Aber auf Dau­er ist das kein Zustand.

Ande­rer­seits: Win­dows 7 läuft auf noch der­ma­ßen vie­len nicht nur gewerb­li­chen und behörd­li­chen Maschi­nen, dass ich ein­fach nicht glau­ben mag, dass MS wirk­lich kom­plett den Ste­cker zieht. Ers­tes Nach­ge­ben zeigt sich ja bereits im Zuge­ständ­nis, MS Secu­ri­ty Essen­ti­als wei­ter mit Updates zu ver­sor­gen. Man wird sehen.

Ein Kom­pro­miss wäre, auf Win­dows 8.1 zurück­zu­grei­fen. Habe ich vor eini­ger Zeit auch schon mal gemacht. Aber so rich­tig wohl­ge­fühlt habe ich mich damit nicht – der Look, Pro­ble­me mit Netz­lauf­wer­ken, das stän­di­ge Ver­ges­sen der Fens­ter­po­si­tio­nen – herrje…

Min­des­tens letz­te­res lie­ße sich mit Auto-Hot­key-Skrip­ten behe­ben, und immer­hin hät­te ich so noch wei­te­re drei Jah­re Ruhe an der OS-Front und kei­ne ver­lo­re­nen Inves­ti­tio­nen in teu­re Software.

Oder aber: Win­dows 7 mit ein paar Key-Apps ein­ge­sperrt in einer VM unter Linux. Das funk­tio­niert prin­zi­pi­ell, wie ich selbst frü­her durch­ex­er­ziert habe. Opti­mal ist aber auch nicht.

Ich habe mich noch nicht ent­schie­den und brau­che noch etwas Bedenkzeit.

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1 Von sol­chen Kaprio­len mal ganz abge­se­hen, dass sich unter Anter­gos zum Bei­spiel auf ein­mal mei­ne Band­brei­te im Netz auf weni­ger als ein Zehn­tel (!) redu­zier­te. Und nein, ich hat­te kei­ner­lei Bock auf Ursachenforschung.

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