Reiner PR-Stunt aus Kiew

Der Prä­si­dent der Ukrai­ne will die Euro­pä­er bei Lau­ne hal­ten, weil denen lang­sam däm­mert, was auf sie zukommt. Micha­el Mai­er Es ist wohl­tu­end , dass in deut­schen Medi­en auch noch Leu­te schrei­ben, die ihre fünf Sin­ne bei­sam­men haben. Wäh­rend sich vie­le Bei­trä­ge in ande­ren Out­lets – hat da jemand RND gesagt? – so lesen, als hät­te sie die Pres­se­stel­le der »Grü­nen« oder irgend­wel­che Regie­rungs­stel­len ver­fasst, wer­den hier schlicht Fak­ten gelie­fert. Erfah­rung hilft halt unge­mein. So soll es sein.

Die Welt als Wille und Vorstellung

Wenn man der deut­schen Online-Jour­­nail­­le glaubt, sieht die Lage etwa so aus: Putin ist so gut wie erle­digt, ist ver­zwei­felt, schwer krank, steht kurz vor dem Selbst­mord oder wird weg­ge­putscht; der Auf­stand in dem Rie­sen­reich ist nur eine Fra­ge der Zeit; ukrai­ni­sche Trup­pen haben den Sieg vor Augen, wäh­rend die rus­si­schen Sol­da­ten in Scha­ren flie­hen und/oder getö­tet wer­den und ihnen Mate­ri­al, Muni­ti­on und Waf­fen aus­ge­hen; wobei es um die Pan­zer eh nicht scha­de ist, weil man die eh mit einem […]

Schreiben zum Abgewöhnen

Hat­te ich nicht die Tage beschrie­ben, was mich dar­an hin­dert, deut­sche Medi­en zu abon­nie­ren? Heu­te dazu zwei fri­sche Fall­bei­spie­le live und in Far­be. Im ers­ten (sogar als ver­plus­sungs­wür­dig erach­tet) fin­det jemand, man frau müs­se mal (wie­der) der toxi­schen Mas­ku­lini­tät des Vla­di­mir Putin nach­spü­ren. Aus der Fer­ne, ver­steht sich. Nicht mit der Nase in der Ach­sel­höh­le des Aggres­sors. Duft­stoff­all­er­gie, neh­me ich an. Dazu darf man frau sich auch schon mal auf Geheim­dienst­quel­len beru­fen, mit denen höchs­tens Goog­le gespro­chen hat.[1]Neben­bei: Der Name der […]

Irrungen und Wirrungen

Eigent­lich fän­de ich es ganz char­mant, wenn Redak­tio­nen sich etwas genau­er anse­hen wür­den, wen sie da als »Exper­ten« anzap­fen. Klar, gei­le Zei­le und so. Popu­la­ri­ty. Klicks. Ver­ste­he ich alles. Aber wenn es um Pro­gno­sen geht, was die Lie­fe­rung von schwe­ren Waf­fen an die Ukrai­ne angeht (und die Fol­gen sol­cher Maß­nah­men), wäre mir doch bedeu­tend woh­ler, wenn da nicht ein­fach Hinz und Kunz kom­plett fol­gen­los drauf los schwa­dro­nie­ren und die All­ge­mein­heit beein­flus­sen dürf­ten. Und noch ein, zwei Sät­ze zu dem aktu­ell gängigen […]

Wahre Worte von Sigmar Gabriel

»Außen­po­li­tik und Diplo­ma­tie kön­nen nicht auf Dau­er von Pan­zern und Rake­ten ersetzt wer­den.« Sig­mar Gabri­el, SPD Ich kann mich des Ein­drucks nicht erweh­ren, dass wir mit einem Sig­mar Gabri­el als Außen­mi­nis­ter – der er schon mal war – wesent­lich bes­ser dran wären als mit Schnat­te­rinchen. Ich habe es selbst schon ein­mal so formuliert.

Prügelknabe Deutschland

For­dern. Düpie­ren. For­dern. Düpie­ren Die­ser Text war über­fäl­lig. Hin­zu­zu­fü­gen wäre: Prü­gel kom­men nicht nur von außen. Es gibt auch hau­fen­wei­se Fla­gel­lan­ten im eige­nen Land. In die­sem und ande­ren Zusammenhängen.

Zaudern und Vorsicht ist nicht dasselbe

»Unter die­sem Ein­druck aller­dings bis­her bei­spiel­lo­se Ent­schei­dun­gen zu for­dern, ohne sie selbst ver­ant­wor­ten zu müs­sen, ist falsch – zumal die­se weit­ge­hen­de Kon­se­quen­zen für die Sicher­heit unse­res Lan­des und der NATO haben könn­ten« Rolf Müt­zenich, SPD-Frak­ti­ons­chef Ich kann nur hof­fen, dass Müt­zenich sei­ner Linie treu bleibt. Und was die omni­prä­sen­te Frau Strack-Zim­­mer­­mann angeht, was ganz genau macht die dau­er­t­wit­tern­de FDP-Poli­­ti­­ke­­rin eigent­lich zu einer »Ver­tei­di­gungs­ex­per­tin«? Ich bit­te um Aufklärung.

Was darf eigentlich die NATO allein entscheiden?

Ich stö­re ja nur ungern, aber… Ich bin wirk­lich nicht sicher, dass »die NATO« – selbst nach einem »Votum der EU-Außen­­mi­­nis­­ter« – beschlie­ßen kann, schwe­re Waf­fen an die Ukrai­ne zu lie­fern. Müss­te das nicht der Bun­des­tag nach einer hof­fent­lich ange­mes­se­nen Debat­te tun? Ange­sichts der mög­li­chen Risi­ken und Neben­wir­kun­gen erscheint mir das mehr als angemessen.

Blutige Tötung eines russischen Verletzten

In die­sem an Gräu­eln nicht armen Krieg ist ein wei­te­res hin­zu­ge­kom­men. Das Video, das meh­re­re inter­na­tio­na­le Medi­en ver­öf­fent­licht haben, zeigt ukrai­ni­sche Kämp­fer – genau­er: offen­bar Geor­gi­er, die auf Sei­ten der Ukrai­ne kämp­fen -, wie sie einen schwer ver­letz­ten rus­si­schen Sol­da­ten töten. Laut New York Times ist das Mate­ri­al veri­fi­ziert.[1]Video zeigt Erschie­ßung eines rus­si­schen Sol­da­ten Ande­re Tote, teils mit auf dem Rücken gefes­sel­ten Hän­den, lie­gen in ihrem Blut auf der Stra­ße. Die Täter rufen »Ruhm der Ukrai­ne«. Falls es noch einer […]

Das Gas wird knapp. Es ist kurz vor zwölf

Bun­des­netz­agen­tur warnt vor aku­tem Gas­man­gel Der Traum nicht weni­ger (gut­be­tuch­ter) grü­ner Edel-Fan­­tas­­ten wird wahr – ganz ohne offi­zi­el­les Embar­go. Na dann, schau’n wir mal. Machen wir doch die Pro­be auf’s Exem­pel. Ist ja angeb­lich alles kein Pro­blem. Und der Putin, der zit­tert jetzt schon wie Espenlaub.

Baerbock nimmt den Balkan ins Visier

Ange­sichts der zuneh­men­den poli­ti­schen Span­nun­gen in Bos­­ni­en-Her­­ze­­go­­wi­­na zieht Bun­des­au­ßen­mi­nis­te­rin Anna­le­na Baer­bock eine Rück­kehr der Bun­des­wehr in das Bal­kan­land in Betracht. Muss das wirk­lich sein? Reicht ihr das nicht, was sie (mit Habeck) schon jetzt ange­rich­tet hat? Mit ihrer Sta­­bi­­li­­sie­­rungs- und Unter­stüt­zungs­mis­si­on der Ukrai­ne? Schon wie­der so eine tol­le Idee? Die EU wer­de Abspal­tungs­ten­den­zen der ser­bi­schen Teil­re­pu­blik in Bos­ni­en »nicht nur nicht akzep­tie­ren, son­dern wir wer­den uns mit allen Mit­teln dage­gen stel­len«, sag­te sie kürz­lich. Baer­bock hat­te Anfang März den West­bal­kan bereist. […]

Journalistische Leichenberge

Also, ich habe gefühlt jetzt alle Lei­chen aus Butscha gese­hen, mehr­mals. Es sind ja ohne­hin auf allen Kanälen/Portalen immer die­sel­ben. Ich glau­be offen gesagt nicht, dass ihre fort­ge­setz­te Ver­öf­fent­li­chung noch irgend­ei­nen Nach­rich­ten­wert hat. Eher schon die­nen sie gewiss der scham­lo­sen Klicks­ge­winn­le­rei mit­tels Schock­wir­kung im Auf­merk­sam­keits­wett­be­werb der Online-Jour­nail­le. Die Fra­ge »Muss das wirk­lich zum xten Male?« stellt sich da offen­bar nie­mand. Aber viel­leicht soll­ten die Redi­gie­ren­den mal eine Pau­se ein­le­gen und ihr Pul­ver tro­cken hal­ten. Bald wie­der­holt sich das voy­eu­ris­ti­sche Spiel. […]