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Briten sagen NO! zu Windpark im Teuto

Tornado GR4 flying low level though the valleys in Wales
Ein bri­ti­scher Tor­na­do GR4 im Tief­flug. So sieht das dann vom kom­men­den Mon­tag an auch in der Sen­ne aus. Beim Anflug wür­den die 13 fast 250 Meter hohen Prin­zen-Pro­pel­ler auf dem Kamm des Teu­to andau­ernd eine erheb­li­che Gefahr bei die­sem und ande­ren Manö­vern dar­stel­len. Daher ver­sa­gen die Bri­ten ihre Zustimmung.

Noch mehr hef­ti­ger Gegen­wind für die geplan­ten gigan­ti­schen Indus­trie­wind­an­la­gen an der Gau­se­kö­te. Die bri­ti­schen Streit­kräf­te legen ihr Veto ein. In der Abwä­gung hat ihr Wort erheb­li­ches Gewicht.

Die Bri­ten sind betei­ligt, weil außer der Bun­des­wehr auch sie und ande­re NATO-Staa­ten den Trup­pen­übungs­platz Sen­ne nut­zen, an des­sen Rand der höchst umstrit­te­ne Wind­park auf Gelän­de des Prin­zen Lip­pe gebaut wür­de. Den Plä­nen zufol­ge sol­len es 13 Anla­gen mit einer Naben­hö­he von 160 Metern und einer Gesamt­hö­he von 254 Metern samt Kran­flä­chen, Lei­tun­gen und Zuwe­gun­gen mit­ten im Wald auf dem Gebiet von Schlan­gen, Det­mold und Horn-Bad Mein­berg werden.

Nach Anga­ben des Krei­ses Lip­pe haben die für Luft­fahrt zustän­di­gen Behör­den ihre Stel­lung­nah­me abge­ge­ben: »Dar­in ent­hal­ten sind Aus­füh­run­gen der bri­ti­schen Streit­kräf­te, die im Bereich der Sen­ne den Trup­pen­übungs­platz nut­zen. Sie spre­chen sich gegen den Bau der Anla­gen aus.« Das Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren für den Bau und den Betrieb von Wind­ener­gie­an­la­gen liegt in Hän­den des Kreises.

Der Antrag­stel­ler West­fa­len­Wind habe die Unter­la­gen für den Bau und Betrieb von ins­ge­samt 13 Anla­gen Ende Dezem­ber 2020 ein­ge­reicht und im Mai die­sen Jah­res inhalt­lich ver­voll­stän­digt. Die Immis­si­ons­schutz­be­hör­de habe dar­auf­hin in Abspra­che mit dem Antrag­stel­ler zunächst die soge­nann­ten Trä­ger öffent­li­cher Belan­ge in das Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren ein­be­zo­gen. Hier­bei han­delt es sich laut Kreis etwa um die Fach­be­hör­den, die betrof­fe­nen Kom­mu­nen, die Bezirks­re­gie­rung oder auch die Behör­den für Luft­fahrt (Bezirks­re­gie­rung Müns­ter, Bun­des­amt für Infra­struk­tur, Umwelt­schutz und Dienst­leis­tun­gen der Bun­des­wehr). »Die Betei­li­gung ist gesetz­lich vor­ge­ge­ben. Im Bereich der Luft­fahrt wer­den zivi­le und mili­tä­ri­sche Ange­le­gen­hei­ten betrach­tet«. heißt es in der Mit­tei­lung von heu­te wörtlich.

Kreis Lippe prüft weiteres Vorgehen

Der Kreis habe die Offen­la­ge der ergänz­ten Antrags­un­ter­la­gen und der bis­her vor­lie­gen­den abschlie­ßen­den Stel­lung­nah­men der ver­schie­de­nen Akteu­re ursprüng­lich für Ende Sep­tem­ber geplant. Durch die­ses Vor­ge­hen woll­te die Ver­wal­tung der Öffent­lich­keit alle wich­ti­gen Unter­la­gen gebün­delt zur Ver­fü­gung stel­len. Und viel­sa­gend heißt es wei­ter: »Was die Stel­lung­nah­me des Mili­tärs nun für die wei­te­ren Schrit­te des Ver­fah­rens bedeu­tet, wird gera­de geprüft.«

Hin­ter­grund ist, dass bei Manö­vern in der Sen­ne von der üben­den Trup­pe der NATO immer wie­der auch Luft­fahr­zeu­ge – von Kampf­jets bis Hub­schrau­bern ein­ge­setzt wer­den. Gera­de jetzt läuft auf dem Trup­pen­übungs­platz in Pader­born-Sennela­ger eine grö­ße­re Übung des bri­ti­schen Mili­tärs. Noch bis zum 22. Okto­ber trai­nie­ren dort etwa 650 Sol­da­ten eines Auf­klä­rungs­re­gi­ments mit meh­re­ren Militärfahrzeugen. 

Aber auch die bri­ti­sche Luft­waf­fe probt. Und das wohl auf spek­ta­ku­lä­re Art und Wei­se. Vom 11. Okto­ber an wer­den an ins­ge­samt acht Tagen jeweils für etwa 90 Minu­ten zwei Tor­na­dos mit 27-mm-Kano­nen im Tief­flug Boden­an­grif­fe simu­lie­ren. Dabei wer­den die Pilo­ten auch auf Zie­le auf dem Trup­pen­übungs­platz in Pader­born-Sennela­ger schie­ßen. Das bri­ti­sche Mili­tär weist schon jetzt dar­auf hin, dass min­des­tens die­ser Teil der Übung auch nicht zu über­hö­ren sein wird.

Es han­de­le sich aber um eine rei­ne Rou­ti­ne-Übung. Die Sol­da­ten wer­den teil­wei­se auch außer­halb der Sen­ne trai­nie­ren, und zwar auf grö­ße­ren pri­va­ten Län­de­rei­en in Büren-Bren­ken und Wil­le­ba­des­sen. Die Übung die­ses Trup­pen­teils die­ne dazu, lan­ge Stre­cken zurück­zu­le­gen und Zie­le ver­deckt zu überwachen.

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