Kleiner Ausflug in die Welt der Corona-Leugner

Ein "Interview" unter Gleichgesinnten. Flavio von Witzleben (l.) und Dr. Bodo Schiffmann (r.). Entgegen aller paranoiden Vermutungen ist das Video auf YT immer noch abrufbar. Wie konnte das im Polizeistaat BRD nur passieren?
Ein »Inter­view« unter Gleich­ge­sinn­ten. Fla­vio von Witz­le­ben (l.) und Dr. Bodo Schiff­mann (r.). Ent­ge­gen aller para­no­iden Ver­mu­tun­gen ist das Video auf YT immer noch abruf­bar. Wie konn­te das im Poli­zei­staat BRD nur passieren?

Es kann erhel­lend sein, sich mal in Berei­che des Inter­nets zu bewe­gen, die man sonst aus guten Grün­den mei­det. Manch­mal ist es aber aber auch nur depri­mie­rend. Ges­tern und heu­te habe ich mir die­se Erfah­rung jedoch gegönnt.

Es ist eini­ger­ma­ßen atem­be­rau­bend, was sich da für eine merk­wür­di­ge Gesell­schaft an Leug­nern und Ver­harm­lo­sern zusam­men­ge­fun­den hat, um gegen die unnö­ti­ge, über­zo­ge­ne, fal­sche, frei­heits­feind­li­che, unde­mo­kra­ti­sche, dik­ta­to­ri­sche, frau­en­feind­li­che, unbe­grün­de­te, exis­tenz­ver­nich­ten­de Ein­schrän­kung des öffent­li­chen und teils auch pri­va­ten Lebens zu pro­tes­tie­ren und zum Wider­stand auf­zu­ru­fen. Und das alles wegen eines ver­gleichs­wei­se harm­lo­sen Weh­weh­chens, bes­ten­falls so gefähr­lich wie ’ne Grip­pe, einer sehr klei­nen Bedro­hung (O‑Ton Richard David Precht) mit einer lächer­li­chen Mor­ta­li­täts­ra­te von 0,3 Pro­zent, einer Pseu­do-Kri­se. Die all­fäl­li­gen Anfüh­rungs­zei­chen an den rich­ti­gen Stel­len möge sich jeder selbst denken…

Corona=Grippe. Harm­los. Meint Richard David Precht. Wor­an schon falsch ist, dass eine Grip­pe harm­los sein soll. Ist sie nicht. Außer­dem: Wer hat ihm das blaue Auge verpasst?

Das ist eine illus­tre Com­pa­gnie von Anar­chis­ten und sons­ti­gen Staats­fein­den aller Cou­leur, AfD-Boden­satz, Mer­kel­hassern, Impf­geg­nern, Liber­tä­ren, Dual-Soul-Tus­sies, Deep-Sta­te-Spin­nern, Pro­fi-Schwät­zern, Hard­core-Vega­nern, Salon-Phi­lo­so­phen, Anti­se­mi­ten, Wie­der­ge­burts­pre­di­gern und ande­ren Eso­te­ri­kern, im Kom­mu­nis­mus ste­cken­ge­blie­be­nen DDR-Nost­al­gi­kern, D‑Mark-Ver­missern, QAnon-Anhän­gern, Home-Schoo­lern, EU-Hassern, Wie­der­täu­fern, Teu­fels­aus­trei­bern, Deutsch-Natio­na­len, Para­noi­kern, alter­na­tiv-media­len Lügen­pres­se- Schrei­häl­sen, Reichs­bür­gern, the­ra­pie­be­dürf­ti­gen Bor­der­li­nern, Whata­bou­tis­ten, Putin-Trolls, RT-Kon­su­men­ten und Sput­nik-Gläu­bi­gen, sich irr­wit­zi­ger­wei­se als Jour­na­lis­ten ver­ste­hen­de Akti­vis­ten, Illu­mi­na­ti und hau­fen­wei­se sons­ti­gen nicht näher zu spe­zi­fi­zie­ren­den Tritt­brett­fah­rern und Hys­te­ri­kern, die halt immer dabei sein wol­len, wenn sich irgend­wo die soge­nann­te kri­ti­sche Mas­se zeigt. Und wer könn­te da als gebo­re­ner Ada­bei schon wider­ste­hen. Durch­ge­knall­te (Welt-)verschwörungstheoretiker von rechts und von links eben. Der gan­ze Anti-Main­stream-Main­stream halt, wie er sich zum Bei­spiel auf und um Rubi­kon oder bei Com­pact tummelt.

Die Wie­der­ge­burt der Quer­front, sozu­sa­gen. Mehr dazu auch hier.

Meis­tens geht es ihnen um ihre »Frei­heit« – was auch immer sie dar­un­ter ver­ste­hen mögen. Dass auch ande­re ein Recht auf Frei­heit haben – die Frei­heit, nicht mit einem poten­zi­ell töd­li­chen Virus infi­ziert zu wer­den, näm­lich -, geht über ihren fla­chen, schma­len Horizont.

Knüpft naht­los an an die­sen volks­ver­het­zen­den »Kom­men­tar« im öffent­lich-recht­li­chen Medi­um Deut­sche Wel­le schon vor vier Wochen(!) – als hät­te einer nur drauf gewar­tet, sich aus­kot­zen zu dürfen.

Ganz gewiss ein Bru­der im Geis­te des grü­nen Eutha­na­sie-Beauf­trag­ten Boris Pal­mer, der sich fol­gen­der­ma­ßen im Sat.1-Früh­stücks­fern­se­hen ein­ließ: »Ich sag es Ihnen mal ganz bru­tal: Wir ret­ten in Deutsch­land mög­li­cher­wei­se Men­schen, die in einem hal­ben Jahr sowie­so tot wären.« Ist wohl nur eine Fra­ge von Tagen, bis der Tübin­ger Ober­bür­ger­meis­ter erklä­ren wird, das habe er natür­lich nur sati­risch gemeint.[1]Inzwi­schen ist die Coro­nal­eug­ner-Den­ke auch bei den Spit­zen des deut­schen TV-Kul­tur-Betriebs fest ver­an­kert.

Da wird zwar die Gefahr durch Coro­na an sich nicht geleug­net, aber dass alle Men­schen glei­cher­ma­ßen Anrecht auf eine ange­mes­se­ne Behand­lung haben, das wird ganz unver­hoh­len in Zwei­fel gezo­gen. Hört, hört.

Min­des­tens in Ansät­zen ist das grü­ne Haus­mei­nung, denn auch Grü­nen-Chef Robert Habeck hat Bun­des­tags­prä­si­dent Wolf­gang Schäub­le (CDU) für des­sen Aus­sa­ge gelobt, dass der Schutz von Leben nicht über allen ande­ren Grund­rech­ten ste­he. Er stim­me Schäub­le dar­in zu, dass man nicht sagen kön­ne, »der Schutz von Leben recht­fer­tigt alles und jedes in die­ser Abso­lut­heit«, sag­te Habeck. »Es recht­fer­tigt sehr viel. Der Staat hat eine hohe Schutz­pflicht gegen­über dem Leben«, so Habeck. »Das Gesund­heits­sys­tem darf nicht kol­la­bie­ren. Aber ›alles‹ ist falsch.«

Na, dann müs­sen wir uns ja nur noch über Maß und Form der aus die­sen – bei Trump wür­de man sagen – »musings« fol­gen­den kon­kre­ten Maß­nah­men unter­hal­ten, oder? Schla­ge eine Kon­fe­renz vor. Viel­leicht am Wannsee?

https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/aktion-t4-systematischer-mord-der-nazis-an-behinderten-menschen/

Das Recht auf Leben zu rela­ti­vie­ren und unter Vor­be­halt zu stel­len, sich zu Her­ren über Leben und Tod auf­zu­spie­len – kommt mir bekannt vor. Grü­ne 2020. Bedrü­ckend. Aber letzt­end­lich auch erhellend.

Die »Rebel­len« scha­ren sich um eine Hand­voll mehr oder (meist) weni­ger schlau argu­men­tie­ren­der Pro­phe­ten, die, egal was, mit offe­nen Augen alles che­cken und alles durch­bli­cken und alles schlüs­sig erklä­ren kön­nen – im Gegen­satz zu den regie­rungs­treu­en Sand-in-die-Augen-Streu­ern und Mer­kel-Lem­min­gen oder – wie in die­sem kon­kre­ten Fall – RKI- und Dros­ten-Jün­gern, logi­scher­wei­se, die das Mär­chen von die­ser Pseu­do-Kri­se glauben.

Halb­wahr­hei­ten, Ver­dre­hun­gen, Behaup­tun­gen ohne Beleg, Ver­wechs­lung von Kor­re­la­tio­nen und Kau­sa­li­tä­ten, intel­lek­tu­el­le Moder­hin­ke empa­thie­frei­er Arsch­gei­gen, wohin man blickt. Meist unter Rück­griff auf ähn­lich unwi­der­leg­ba­re Quel­len, was das Gan­ze zu einem ziem­lich robus­ten, geschlos­se­nen Sys­tem macht. Die klas­si­sche Blau­pau­se des patho­lo­gi­schen Irrsinns.

Paranoia at its best... Noch Fragen?
Para­noia at its best… Noch Fragen?

Gera­de beson­ders ange­sagt sind Wodarg, Bhak­di, Schiff­mann und ansons­ten die übli­chen Ver­däch­ti­gen aus den übli­chen Schmud­del­ecken des Net­zes – also so ziem­lich alles, was man ganz rechts in der Emp­feh­lungs-Spal­te ange­zeigt bekommt, wenn man sich bei You­tube etwa die Vide­os von Dr. Bodo Schiff­mann ansieht – Bil­ly Six, Ken Jeb­sen, Jens Leh­rich, Dirk Mül­ler, Fla­vio von Witz­le­ben, Oli­ver Janich, Fler, Farid Bang, Kol­le­gah, Jens Leh­mann (!), Danie­le Gan­ser und und und. Mir wird schon bei der Auf­zäh­lung speiübel.

Noch mehr Gleichgesinnte unter sich: Dahlke, Lehrich (r.).
Noch mehr Gleich­ge­sinn­te unter sich: Dah­l­ke, Leh­rich (r.).

Wenn wir in Lon­don wären, womög­lich noch in den glück­li­chen Zei­ten vor Face­book, Twit­ter, Ins­ta und Co., stün­den die Herr­schaf­ten – Frau­en sind tat­säch­lich unter­re­prä­sen­tiert – auf einer Kis­te im Hyde Park und amü­sier­ten ihr Publi­kum in der Spea­kers‹ Corner.

Heut­zu­ta­ge bevöl­kern sie die Net­ze und schi­cken sie sich indes­sen an, eine Par­tei zu grün­den. Kein Witz. Das ist zwar eine Tot­ge­burt, weil die­se Dep­pen sich bin­nen kur­zer Zeit – Tal­king Stick hin oder her – selbst zer­le­gen wer­den. Aber in real exis­tie­ren­den Demo­kra­tien ist – ent­ge­gen dem gän­gi­gen Schwach­sinn in die­sen Krei­sen – auch das erlaubt.[2]Sieht so aus, als läge ich mit mei­ner Pro­gno­se nicht so falsch. Schon die Par­tei­grün­dung wur­de ver­stüm­pert. Ers­te Vor­stands­rück­trit­te (Vic­to­ria Hamm) gleich nach der »Grün­dung« gab es auch … Wei­ter­le­sen …

Ohne Hyde Park aber dür­fen sie ihr Publi­kum von Tau­sen­den oder gar Hun­dert­tau­sen­den mit ihren absei­ti­gen Exklu­siv-Infor­ma­tio­nen auf­mu­ni­tio­nie­ren. In den übli­chen Echo­kam­mern. Das ist ein geschlos­se­nes Sys­tem. Man gehört dazu – oder eben nicht. Schwarz oder weiß.

Das meis­te ist bei Licht bese­hen aller­dings gar kei­ne Infor­ma­ti­on oder Wider­le­gung einer sol­chen, son­dern nur Mei­nung, manch­mal auch nur Gesin­nung. Oder pure Het­ze – wie bei dem selbst­er­leuch­te­ten frü­he­ren TV-Autoren Sven Bött­cher, bei­spiels­wei­se, der die Alten kur­zer­hand am liebs­ten eutha­na­sie­ren möch­te – ster­ben ja sowie­so bald. Dan­kens­wer­ter­wei­se schon mal rich­tig ein­ge­ord­net von Andre­as Wehr.

Da scheint eine Hal­tung durch, wie sie schon lan­ge vor Coro­na etwa bei Fri­days For Future vor­herrsch­te. »Miss­ver­stan­de­ne Sati­re«, oder? Ken­nen wir das aktu­ell nicht all­zu gut von Donald Dipshit Trump?

Bei HNO-Arzt und Schwin­del­ex­per­te Schiff­mann habe ich manch­mal gedacht: War­um macht der das? Er nutzt einer­seits sei­nen als Medi­zi­ner tadel­lo­sen Ruf – was offen­sicht­lich funk­tio­niert, weil er manch­mal schein­bar sach­lich argu­men­tiert, eine gewis­se Serio­si­tät aus­strahlt. Ande­rer­seits setzt er sei­ne Repu­ta­ti­on leicht­fer­tig aufs Spiel, wenn ich mir anse­he, mit wem er sich da gemein macht. Schwer zu verstehen.

Beson­ders leid tut mir Sophie Scholl. Von Nazis ent­haup­tet. Von hirn­lo­sen Neo­na­zis und sons­ti­gen Schwach­köp­fen post­hum geschän­det, indem man ihre ein­drück­li­chen Sät­ze heu­te gegen einen demo­kra­ti­schen Staat wen­det. Widerlich.

Vor allem im AfD-nahen Spek­trum und bei grün ange­hauch­ten und lin­ken Sys­tem­kri­ti­kern – Emp­feh­lung: mal bei Mastodon anmel­den! – fal­len die Ver­schwö­rungs­theo­rien auf frucht­ba­ren Boden. Beson­ders put­zig fin­de ich immer, wenn da staat­li­che Zen­sur und Unter­drü­ckung angeb­lich miss­lie­bi­ger »Wahr­hei­ten« beklagt wird und dann sei­ten­wei­se Links zu YT-Vide­os, Web­sei­ten, Pres­se­be­rich­ten und Blogs fol­gen, die bele­gen, dass genau die­se Zen­sur eben nicht statt­fin­det. Mer­ken die aber nicht.

AfD Salzkotten. Das Grauen hat einen Namen.
AfD Salz­kot­ten. Das Grau­en hat einen Namen.

Ob die Idio­ten von rechts und links Recht haben oder nicht, ist hin­ge­gen gar nicht die Fra­ge. Ich den­ke: Sie haben nicht. Ent­schei­dend ist etwas ande­res: Kei­ner von denen über­nimmt für irgend­was in Sachen Coro­na auch nur das kleins­te Biss­chen Ver­ant­wor­tung. Das ist von Precht bis Witz­le­ben und Schiff­mann alles nur Gela­ber, Dumm­schwall, hoh­le Pose für die Gale­rie, Volks­ver­het­zung, Klug­schiss und eit­le Selbstbespiegelung.

Man­ches ist aber auch unbe­streit­bar – gefähr­lich. Und da hört der Spaß auf.

Nach­trag:

Einer der hier Genann­ten hat sich inzwi­schen geäu­ßert und mir am 26. Mai eine net­te E‑Mail über sei­nen Account bei der Uni­ver­si­tät Wit­ten-Her­de­cke geschrie­ben. Das will ich hier nie­man­dem vorenthalten:

Guten Tag Herr Kallerwirsch,

Hier ist der Coro­na – Leug­ner, Mer­kel­has­ser, Deep Sta­te Spin­ner, hard­core Vega­ner, Salon-Phi­lo­soph, Anti­se­mit, Reichs­bür­ger, Putin-Troll (u.v.m) Fla­vio von Witz­le­ben. Ich habe gera­de ihren unter­be­lich­te­ten Arti­kel auf ihrem Blog „Muss ja“ gele­sen, bei dem sie mich mit all den gera­de genann­ten dif­fa­mie­run­gen in Ver­bin­dung brin­gen. Gleich­zei­tig sehe ich sie einen Baum umar­men (gehö­ren sie etwa zu den omi­nö­sen „Tree Hugern“, die glau­ben Bäu­me haben Gefüh­le?) und fra­ge mich; wie passt das zusam­men? Bäu­me umar­men und auf­rich­ti­ge Stu­den­ten, die wahr­schein­lich wesent­lich mehr als sie in der Bir­ne haben der­ar­tig dif­fa­mie­ren? Geht’s noch?

Mit einem offe­nem Ohr auf eine Ant­wort wartend, 
Fla­vio von Witzleben

Ant­wort? Wer so höf­lich fragt, bekommt selbst­re­dend eine:

Sehr geehr­ter Herr von Witzleben,

ich wäre sogar geneigt gewe­sen, Ihnen eine »rich­ti­ge« Ant­wort zu geben. Aber wenn Sie Ihre wir­re, ortho­gra­phisch und gram­ma­ti­ka­lisch ver­hunz­te Ein­las­sung noch ein­mal nüch­tern und ohne Schaum vor dem Mund lesen, ver­ste­hen Sie sicher, war­um mir das lei­der nicht mög­lich ist. Es wäre auch zwecklos.

Was das Foto angeht – dafür braucht es etwas, was Ihnen bedau­er­li­cher­wei­se trotz Ihres Namens, der etwas ande­res nahe­legt, völ­lig abgeht: Selbstironie.

Alles Gute, auch persönlich!

Anmer­kun­gen

Anmer­kun­gen
1 Inzwi­schen ist die Coro­nal­eug­ner-Den­ke auch bei den Spit­zen des deut­schen TV-Kul­tur-Betriebs fest ver­an­kert.
2 Sieht so aus, als läge ich mit mei­ner Pro­gno­se nicht so falsch. Schon die Par­tei­grün­dung wur­de ver­stüm­pert. Ers­te Vor­stands­rück­trit­te (Vic­to­ria Hamm) gleich nach der »Grün­dung« gab es auch schon. Mehr zu den Draht­zie­hern hier.

12 Kommentare

  • Sehr geehr­ter Herr Kaiser,

    vie­len Dank für die­sen amü­san­ten und glei­cher­ma­ßen pole­mi­schen wie erhel­len­den Blog­bei­trag! In die­sem Zusam­men­hang möch­te ich dar­auf hin­wei­sen, auf wel­cher sei­te das Inter­view von FvW mit Franz Rup­pert noch ver­öf­fent­licht wird:
    https://germanica-imperii.blog/tag/flavio-von-witzleben/

    Vie­le Grüße

    FB

  • Das kommt davon wenn mensch zu has­tig recherchiert!
    Bei dem ver­link­ten Inter­view spricht FvW nicht mit Franz Rup­pert – wie von mir fälsch­li­cher­wei­se behaup­tet – son­dern mit Bodo Schiffmann.
    Gleich­wohl inter­es­sant auf wel­chen Sei­ten Fla­vio von Witz­le­ben noch rezi­piert wird.

    • Kein Pro­blem. Das Inter­view mit Rup­pert gibt es ja auch. Und ist von ähn­li­cher »Güte«.
      Ja, die Bezugs­grup­pe von FvW ist schon merk­wür­dig. Und wenn ich »ger­ma­ni­ca-impe­rii« lese, füh­le mich auch an »Das Leben des Bri­an« erinnert. 😉

  • […] Offen­sicht­lich gibt es in Deutsch­land eine Par­al­lel­welt. Das Coro­na­vi­rus ist ein Kata­ly­sa­tor für höchst befremd­li­che Ein­stel­lun­gen zum Staat und den Men­schen in die­sem Land. Deren Apo­lo­ge­ten glau­ben sich im Auf­schwung begriffen. […]

  • Die Medi­a­n­in­fi­zier­ten­sterb­lich­keit im welt­wei­ten Mit­tel beträgt 0,23%. Berech­net von John Ioann­i­dis für die WHO. Das ist der offi­zi­el­le Wert. Ent­spricht einer Grippe.
    https://www.who.int/bulletin/online_first/BLT.20.265892.pdf
    Wer noch an ein beson­ders gefähr­li­ches Virus glaubt, hat sich nicht mit dem For­schungs­stand befasst.

    • Wer noch immer nicht an ein beson­ders gefähr­li­ches Virus glaubt, hat sich nicht mit dem For­schungs­stand befasst.
      Oder ist Edward R. Mel­nick (Yale) etwa kein Mediziner/Wissenschaftler?

  • Guter Hin­weis! Dis­kus­si­on zwi­schen den beiden:
    https://www.bmj.com/content/369/bmj.m1924

    Datiert aller­dings vom Juni, die WHO-Stu­die ist von Mit­te Oktober.

    Dis­kus­si­on einer Lan­cet-Stu­die, die zeigt, dass kei­ne der Mass­nah­men eine nen­nens­wer­te Wir­kung auf die Aus­brei­tung hat:
    https://sebastianrushworth.com/2020/11/09/does-lockdown-prevent-covid-deaths/

    Evi­denz­ba­siert ist auch nichts:
    https://www.ebm-netzwerk.de/de/veroeffentlichungen/pdf/stn-20200903-covid19-update.pdf

    Bei der nied­ri­gen IFR, lass es wie Hong­kong-Grip­pe 67 sein, die inzwschen klar ist, sind die Schä­den, die der Lock­down anrich­tet, grös­ser, als der Nutzen.

    Man wird halt fest­stel­len, dass, egal was man macht, die eigent­lich rele­van­te Zahl, die Erkran­kun­gen ganz nor­mal mit der Jah­res­zeit schwan­ken. Hier die Sta­tis­tik der Helios-Kliniken:
    https://www.helios-gesundheit.de/qualitaet/auslastung/

    Der­zei­ti­ge Aus­las­tung nied­ri­ger als im Vor­jahr. Wenn das Virus beson­ders gefähr­lich wäre, müss­te es deut­lich (nicht nur ein biss­chen) mehr Ein­wei­sun­gen als nor­mal geben, ange­sichts der inzwi­schen mas­sen­haf­ten Verbreitung. 

    Klar ist, es gibt gefähr­de­te Grup­pen. Bloss pro­fi­tie­ren die gera­de nicht von den Mass­nah­men. Prof. Schrap­pe: «In Deutsch­land wird ein Kon­zept ange­wandt, das sich durch die Beschrän­kung auf all­ge­mei­ne Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men samt Dro­hung eines Lock­downs und durch den weit­ge­hen­den Ver­zicht auf spe­zi­fi­sche Prä­ven­ti­ons­an­sät­ze para­do­xer­wei­se genau zu dem Kon­zept ent­wi­ckelt hat, das eigent­lich ver­mie­den wer­den soll­te, näm­lich dem Kon­zept der Her­denim­mu­ni­tät, ein Kon­zept also, das den »Durch­marsch« der Epi­de­mie nur beglei­tet, aber ohne den drin­gend not­wen­di­gen Schutz der ver­letz­li­chen Bevöl­ke­rungs­grup­pen in den Mit­tel­punkt zu stellen.»
    https://www.heise.de/tp/features/Corona-Politik-Warum-Augenmass-jetzt-wichtig-ist-4938409.html

    Hier noch ein Interview:
    https://www.heise.de/tp/features/Corona-wird-insbesondere-die-soziale-Spaltung-weiter-vertiefen-4922659.html

    • Ein wich­ti­ger, viel­leicht der wich­tigs­te Satz aus der Helios-Verlautbarung:
      »Wir distan­zie­ren uns aus­drück­lich davon, dass unse­re trans­pa­ren­ten Zah­len genutzt wer­den, um fal­sche Behaup­tun­gen zu unter­mau­ern und die Coro­na-Pan­de­mie abzu­strei­ten. Unse­re Daten­ver­öf­fent­li­chung dient der Ein­ord­nung und der über­leg­ten Steue­rung der Maß­nah­men in den Kli­ni­ken wäh­rend der Pan­de­mie. Sie dient aus­drück­lich nicht zur ver­ant­wor­tungs­lo­sen Ver­harm­lo­sung der Pandemie.«

      Genau das pas­siert aber.

      Dass bei uns die Inten­siv­sta­tio­nen noch nicht am Anschlag sind, belegt doch, dass Lock­down mit Augen­maß, Kon­takt­be­schrän­kun­gen etc. halb­wegs funk­tio­nie­ren. Mein Freund Ric­car­do aus Ber­ga­mo könn­te dir erzäh­len, wie das anders geht…

      So, und jetzt ist hier Ende der Durch­sa­ge. Ich habe ande­res zu tun.

  • Herr Kai­ser,

    sehr schwach…

    Wenn es kon­kret wird, dann klinkt man sich aus?

  • Was Sie Ihren Geg­nern sicher teil­wei­se zurecht vor­wer­fen, näm­lich unsach­lich zu sein und Het­ze zu betrei­ben, trifft auf Ihren Arti­kel selbst voll umfäng­lich zu. In der Psy­cho­ana­ly­se nennt man das Pro­jek­ti­on. Ver­su­chen Sie es doch ein­mal mit ver­ba­ler Abrüs­tung und der auch Ihnen gege­be­nen Mög­lich­keit nicht nur Schwarz und Weiß, son­dern auch die Grau­tö­ne wahrzunehmen.

    • Ach Gott­chen, das ist kein »Arti­kel«, son­dern eine Pole­mik. Die ist per Defi­ni­ti­on »unsach­lich«.
      Das Prin­zip der Pro­jek­ti­on haben Sie auch nicht wirk­lich ver­stan­den. Und falls ich Bedarf ver­spü­ren soll­te, mich küchen­psy­cho­lo­gisch fern­ana­ly­sie­ren zu las­sen, las­se ich es Sie wissen.

Schreibe einen Kommentar